Letzte Gedanken

11. Juni 2010

Was für eine Woche! Gott sei Dank hatte ich in dieser Woche nur zwei lockere Läufchen geplant, ich wäre zu nichts anderem gekommen. So ein Streß im Büro; von Montag bis Donnerstag habe ich versucht, dem Chaos und der Arbeit Herr zu bleiben. Jetzt wird es Zeit für einen Urlaub! Einen Vorteil hatte das alles, ich konnte kaum an Biel denken. Dafür aber heute!

Was für ein Tag! Meine Herrn, bin ich nervös. Hab ich alles dabei, alles eingepackt? Was ziehe ich an? Regnet es? Wird es am Samstag heiß? Mein Knie ziept so komisch, meine Hüfte tut weh, mein Heuschnupfen kommt seit gestern raus oder habe ich einen echten Schnupfen? Oder bilde ich mir alles ein???

Noch knapp zehn Stunden, dann geht es los – endlich. Was freue ich mich drauf. Um Zwölf fahren wir los. In 24 Stunden ist (hoffentlich) alles rum. Wie schnell doch die Zeit seit November und meinem ersten Eintrag hier im Blog verging.

Vielen Dank:
an alle, die mich unterstützt haben,
an alle, die meinen Blog gelesen haben und sich nicht zu sehr gelangweilt haben,
an alle, die Kommentare geschrieben haben,
an alle, die an mich denken,
an Evi, die im Ziel auf mich wartet.

Viel Glück an alle, die mitmachen.

Ich mach mir gleich in die Hose :-)

Mehr Licht!

02. Juni 2010

Goethes letzte Worte.
Wobei es mir in meinem Lauf letzten Freitag Abend nicht hauptsächlich um eine Mehrausbeute an Lux und Lumen ging – aber alles schön der Reihe nach:

Pünktlich drei Wochen vor Biel – also am Freitag, 21. Mai – schlüpfte ich um 22:00 Uhr in meine Laufschuhe. In Biel wird Neumond sein, also kommt der Termin zum einstündigen Lampentest mit drei Wochen vorher ganz passend. Alle drei zur Verfügung stehenden Stirnlampen eingesteckt und los ging’s. Jetzt wohne ich ja am Rande eines 6300-Seelen Ortes und habe es nicht weit bis in meinen Sauhag. Aber das war ja klar, daß man um die Uhrzeit auf den paar Metern bis zum Wald mehr Leute auf der Straße trifft, als nachmittags um sechs. Alles Kopfschütteln der Dorfjugend ignorierend setzte ich meinen Weg fort. Endlich im Wald! Der plötzliche Wechsel von einem normalen “Helligkeitslauf” während des gesamten Frühjahrs zu einem “Dunkellauf” ist unglaublich, ganz anders, als das allmähliche Gewöhnen im Herbst.

CIMG1227Zuerst kam der Test der Minilampe dran: eine kleine, handliche Stirnlampe von Adidas, mit Batterie gerade mal 30 Gramm leicht und alles in einer kleinen Tasche, die man am Trinkgürtel festmachen kann. Allerdings war die Lichtausbeute trotz neuer Batterien eher gering, vor allem im Wald aber auch nachher auf den Feldwegen. Wie bereits schon vor dem Lauf vermutet: Platz Drei.

CIMG1226Dann mein alter Kamerad, eine Lucido-Stirnlampe. Mit ihr bin ich bereits vor sechs Jahren erfolgreich durch die Bieler Nacht. Mit Batterien auch nur knapp 75 Gramm schwer. Die Helligkeit kann man zwischen drei Stufen wählen, ausserdem gibt es noch eine Blinklichtoption. Natürlich laufe ich immer auf der hellsten Stufe, die zwar am meisten Strom kostet, was aber in der einen Nacht vollkommen Wurscht ist. Die Lichtausbeute ist in Ordnung, vor allem kann man auf den Feldwegen gut sehen. Bei Neumond im Wald ist es zwar schon etwas duster, allerdings erinnere ich mich vage daran, daß es auf der Strecke nicht so viele Waldabschnitte gibt. Hoffentlich irre ich mich nicht sehr. Macht die Lucido Platz Eins oder Zwei? Der Test mit der letzten Lampe mußte es zeigen.

CIMG1219Petzl!!! Myo!!! XP!!! 5 Watt!!! Drei Leuchtmodi mit Boost. Streulinse für Umgebungslicht oder Spot. Extra Batteriefach am Hinterkopf für optimale Gewichtsverteilung. Selbst bei MAXIMUM-Modus noch 80 Stunden Leuchtdauer. Das Ding macht richtig hell: was habe ich im Winter von entgegenkommenden Läufern, Radfahren oder Gassigehern einen Kommentar wegen dem blendenden Licht gehört. Aber das Ding wiegt auch 176 (in Worten: einhundertsechsundsiebzig) Gramm!!! Will ich das wirklich 12, 13 Stunden mit mir rumschleppen? Und wohin mit dem Drum wenn die Sonne aufgegangen ist? Weil: Handliches Packmaß sieht anders aus.

Die Entscheidung ist schwer. Die Lichtausbeute spricht eindeutig für die Petzl, das um 100 Gramm geringere Gewicht und kleinere Packmaß bei akzeptabler Beleuchtung spricht für die Lucido, für die ich auch aktuell eher tendiere. In der Biel-Woche werde ich zwei lockere Läufchen mit je acht km machen; ganz ohne Pulsmesser aber mit dem ganzen Gerödel. Wenn ich nicht bereits da eine endgültige Entscheidung fällen sollte, werde ich mich in Biel spontan entscheiden (müssen).

Jetzt bin ich nur noch gespannt. Stand heute noch neun Tage, dann ist die Messe gelesen. Wahrscheinlich regnet es. Soll ich eine Weste anziehen? Ich weiß es noch nicht, wahrscheinlich wird auch das spontan entschieden. Das Fieber steigt…

Durst ist schlimmer als Heimweh!

18. Mai 2010

Letzte Woche stand ein Wochenendbesuch beim Schwiegervater an. Beim Sonntag-Vormittag-Läufchen wie immer eher zu warm als zu kühl angezogen. Von Nieder-Olm ging es einen Anstieg (ich visualisiere wieder: gefühlt hoch wie hinter Bibern, rückzugs runter dann wie nach Arch) zum Ober-Olmer Wald hoch, den man nach sechs km Laufstrecke dann auch erreicht. Im Wald war es eher dämpfig als frisch und natürlich hatte ich nichts zu trinken dabei. Klar, warum auch, ich wollte ja auch “nur” 20-25 km laufen, da nimmt man ja auch nichts zu trinken mit. Nach einer 10-er Runde durch den Wald ging’s dann zurück und der Mund wurde immer trockener, die Schritte immer anstrengender. Ah, ein Hotel: vielleicht kann ich ja in der Küche ein Glas Wasser ergattern. Alle Türen zu, wohl geschlossen wegen Reichtum. Dann, nach weiteren 400 mühsamen Metern auf der anderen Straßenseite ein Hofladen, auf dem eigene Erzeugnisse und Kuchen verkauft werden. Nochmals ein Versuch und endlich mit Erfolg gekrönt: Hahnenwasser kann so lecker schmecken! Den Rest ging’s dann bergab und eben zurück aber es ist schon erstaunlich, daß man sich von einem starken Durst nicht so einfach erholt. Beim langen Lauf gestern hatte ich deswegen dann auch wieder was zu trinken dabei. Vielleicht hatte ich mich dem Wetter entsprechender angezogen, vielleicht war es auch nicht so dämpfig, vielleicht war ich besser ausgeschlafen – egal: ich hatte unterwegs zwei von diesen Gürtelfläschen geköpft und hatte einfach einen schönen, langen Lauf. Es bestätigt sich somit die Aussage vom früh trinken, wenn man den Durst schon spürt, ist es bereits zu spät.

Die Frage, ob und wenn ja was ich in Biel zu essen und zu trinken mitnehme, isEigenverpflegung Bielt wohl hiermit geklärt: einen Trinkgürtel mit vier Fläschen, die ich unterwegs auch immer wieder auffüllen werde. Dazu ein oder zwei Power-Bar-Riegel (Mango, Passionsfrucht und/oder Banane), die haben sich bereits bestens bewährt. Vom Gel halte ich gar nichts, dazu kann ich trinken soviel ich will, das verklebt mir den ganzen Mund. Ich habe dadurch danach eher mehr Probleme und Durst, als daß es mir hilft. Ansonsten werde ich an den Verpflegungsständen bei der Bouillon kräftig zugreifen, genauso wie beim Brot und zwischendurch vielleicht noch ne Banane essen – Mahlzeit!

Am kommenden Freitag will ich abends um zehn für eine Stunde los, um den letzten Test der Stirnlampe machen. Drei stehen zur Auswahl: eine Superkleine, ein “Flakscheinwerfer” und die, die ich vor sechs Jahren schon dabei hatte. Man wird sehen – im wahrsten Sinn des Wortes…

Weiße Waden, heiße Stirn

12. Mai 2010

Überschrift und Eintrag sind schon ein paar Tage alt: “Das war ein Wochenende: Strahlender Sonnenschein und knackige Temparaturen. Auch für mich endlich wieder die Gelegenheit, von den 3/4-Tights in die kurzen Laufhosen zu springen. Mit den weißen Waden brauche ich nachts nicht mal eine Lampe mitzunehmen, die leuchten meilenweit.”
Heute komme ich erst wieder dazu, weiterzuschreiben und laufe mittlerweile in Anbetracht der wieder frischen Temparaturen in meinen eigentlich schon weggepackten langen Hosen mit Unterhemd (Winterware!!), langem Laufhemd und Jacke. Zwar habe ich dann immer das Problem, daß ich mich nach 20 Minuten anfühle wie beim Dampfgaren, aber das ist mir dann doch lieber als frieren.

Anfang Mai hatte ich meinen Testmarathon in St. Wendel. Nachdem der Sohnemann bei Oma untergebracht worden ist, sind wir am Samstag mittag los ins Saarland. Erst nach dem Frühstück hatte ich mich für die 3/4-Tight und zwei kurze T-Shirts entschieden – genau richtig! Die erste Hälfte ging ich es recht locker an, ab km 23 und somit eigentlich viel zu früh ging’s dann mit mir durch (alte Marathonregel: wenn du das erste Mal Gas geben willst, bleib cool, wenn du das zweite Gas geben willst, halte dich zurück, wenn du das dritte Mal Gas geben willst, gib Feuer!). Es hat aber alles gepaßt, nur der letzte km hat dann doch etwas gebrannt. Jippiejaje!!!

Ich habe mir Gedanken gemacht: die Wochenumfänge waren in der Vorbereitung auf Biel 2010 zum Teil sehr hoch. Trotzdem bin ich in der Gesamtbetrachtung nicht besser, als von ‘LaufReport’ für die 13-Stunden-Zielzeit vorgegeben. Das liegt daran, daß ich nicht durchgängig auf dem hohen Niveau trainieren konnte sondern immer wieder arbeits- und/oder krankheitsbedingt zurückstecken mußte. Die letzten Wochen (und es sind ja nicht mehr viele) werde ich deshalb meinen Plan reduzieren und nicht mehr nach dem 11/12-Std-Plan trainieren, sondern nur noch nach dem 13-Std-Plan. Ich fühle mich seitdem besser und weniger unter Druck.
Ich habe auch das Gefühl, Biel kann jetzt kommen, bisher hatte ich immer den Eindruck, ich müßte noch etwas aufholen.

Nein, wir haben keinen Hund

18. April 2010

Die lange Woche mit 100 km ging ganz gut rum. Der Ostermontag und ein freier Dienstag haben mir geholfen, die ganze Woche sehr entspannt anzugehen. Ausserdem sah mein Trainingsplan ja “nur” drei Zwanziger, einen Fünfundzwanziger und einen kleinen Intervall mit insgesamt 15 km vor. Alles machbar. Den letzten Zwanziger habe ich dann am Sonntag mit T. als wirklich sehr entspannten Halbmarathon in Gerlingen gemacht. Ich hab bei einem Wettlauf unterwegs noch nie so viel gequatscht. Im Ziel stand dann meine Familie und nach dem Duschen gab’s bei Muttern (Wohnort 500 m vom Zieleinlauf entfernt) Spaghetti Bolognese und Rhabarberkuchen. Das Leben kann so schön sein :-) .

Die Woche drauf sollte dann etwas weniger Umfänge aufweisen, aber wieder mit einem langen 35-km-Lauf am Wochenende. Da hab ich leider nur die erste Hälfte der Planung geschafft, nämlich – weniger Umfänge! Seit Donnerstag hat sich ein hartnäckiger Husten mit Atemnot eingestellt, der ein Training nicht mal im Ansatz zuläßt. Das Leben kann so fies sein :-( . Die ganze Familie liegt mal wieder darnieder und hustet sich gegenseitig eins, frei nach dem Motto: Nein, wir haben keinen Hund, wir bellen selber. Kein langer Lauf und dabei ist am 02. Mai Marathontermin in St. Wendel. Bin mal gespannt, ob das gut geht. Hab ich vielleicht zuviel gemacht und bin deshalb etwas krankheitsanfällig? Im Geschäft ist bei mir auch gerade die Zeit des Jahres mit der meisten Arbeit und das geht noch so bis mindestens Ende Mai. Könnte insgesamt schon etwas zuviel an Streß sein.

Für die nächste Woche wären eigentlich auch wieder 80 km mit einem langen 35-er geplant. Jetzt aber erst mal wieder gesund werden, sportlich etwas Gas rausnehmen und dann konzentriert auf das nächste Etappenziel blicken.

Der Toilettenwagen an der Emmebrücke

04. April 2010

Auch das muß sein: bei meiner langen Runde beziehungsweise dem Schlenker über die Oberensinger Höhe komme ich in letzter Zeit immer an einem ausgedienten Bauwagen vorbei, der einigen Hühnern als Wind- und Wetterschutz dient. Das erste Mal, als ich den Wagen gesehen habe, dachte ich gleich an Biel. Auf dem Ho-Chi-MinhToilettenwagen-Pfad kommt man irgendwo bei km 60, bevor es links über die Emme geht, an eine Verpflegungsstelle mit einem Toilettenwagen vorbei. Das erste Mal in Biel mußte ich prompt an der Stelle austreten und war über die angebotene Möglichkeit sehr dankbar. Bei meiner zweiten Teilnahme hatte ich schon in Kirchberg das gleiche Bedürfnis. Also die Treppe runter zur Toilette. In Anbetracht der Schlange fiel mir dann aber wieder mein Toilettenwagen ein. Ach, nur fünf, sechs Kilometer gehen schon noch – also weiter. Knapp war’s, Jungejunge! Bis zum 11. Juni dürfen noch die Hühner rein, dann gehört der Wagen wieder mir. Es würde mich nämlich gar nicht wundern, wenn ich mir heuer wieder an besagter Stelle Erleichterung verschaffen müßte :-).
A propos Erinnerungen. Jedes Mal hatte ich auf der Strecke zwischen Lüterkofen und Bibern zu kämpfen, also so zwischen Kilometer 71 und 77. Diese elendlich lange Gerade zum Teil über’s freie Feld, die einfach kein Ende nehmen will. Zwischendrin ist ein Verpflegungsposten mit zwei, drei Klappstühlen. Jedes Mal gab ich mich den Stühlen hin. Was haben die ersten Schritte danach wieder weh getan. Das letzte Mal war dann ja in Bibern Schluß. Bei meinen langen Läufen versuche ich immer wieder, mich an diese Strecke, an diese fünf, sechs Kilometer zu erinnern. Gedanklich diese Phase im Training zu meistern, in der Hoffnung, wenn ich es im Training schaffe, durch dieses Tal der Tränen zu gehen, es dann auch im Juni zu schaffen. Vielleicht hilft’s.

Die Woche nach dem Halbmarathon war ok. Es war zwar etwas anstrengend, aber es ging. Durch die Abendtermine war es leider nicht ganz möglich, die Trainingseinheiten über die Woche so zu streuen, daß eine gleichmäßige Verteilung zwischen Belastung und Erholung gegeben war. Drei Einheiten am Stück empfinde ich ja schon zäh, aber vier… Dafür war diese Woche wieder gut aufgeteilt. Am Wochenende kam dann der lange Kanten mit 35 km. Bei km 15 habe ich mich schon gefreut: ha, über die Hälfte erledigt, ist ja gar nicht so schwer - bis mir dann wieder eingefallen ist, daß ich ja keine 25, sondern 35 machen will. Au au. Aber es ging, wenn auch nur mit etwas Unterstützung: Mit T. bin ich ja einig, daß bei den langen Vorbereitungsläufen nichts gegessen werden sollte, sodaß sich der Stoffwechsel an die Fettverbrennung gewöhnen kann. Aber ich merke schon, so ein PowerBar-Riegel gibt nochmal richtig Energie. Ich versuche es beim nächsten Langen wieder ohne ;-).

Nächste Woche ist die Woche der Wahrheit: 100 Wochenkilometer!! Ich werde berichten.

Frühling …

23. März 2010

Frühling läß sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte
süße wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Wahrscheinlich hat der Eduard Mörike nichts mit Laufen am Hut gehabt, aber dichten konnte er. Endlich wieder milde Temperaturen und nicht nur beim Laufen kann man endlich mal wieder etwas leichtere Sachen anziehen. Bei den Läufen nach Feierabend kommt man bei Helligkeit schon wieder richtig weit und muß nicht mehr zwingend eine Lampe mitnehmen – toll! Man fühlt sich auch besser, das Training läuft irgendwie leichter.

Nach drei normalen Läufen (je 11 – 15 km) und Pause am Freitag kam dann am Samstag letzter Woche der Halbmarathon-Test in Schwäbisch Gmünd. Mittags um zwei war Startschuss, die Strecke war schnee- und eisfrei, nur leicht wellig und somit gut zu Laufen. Man läuft aus der Stadt heraus Richtung Wald, nach 10,5 km ist dann Wendepunkt und kommt auf gleichem Weg wieder zurück zum Start-Ziel. Wie geplant bin ich wegen der Grippe von letzter / vorletzter Woche verhalten gestartet und konnte ein sehr gleichmäßiges Tempo durchlaufen, die zweite Hälfte war dann etwas schneller als die Erste. Schön, wenn man ab km 11 nur noch überholen kann.

Diese Woche plane ich, sowohl den Gesamtumfang auf 70 km als auch die langen Läufe wieder etwas auszudehnen. Bin mal gespannt, wie sich das mit dem privaten und beruflichen Abendprogramm in Einklang bringen läßt.

Bergtraining mit 70% HFmax??

15. März 2010

PulsuhrFast zwei Wochen ohne Training. Nachdem sich die Erkältung ordentlich ausgewachsen hatte und gar nicht besser wurde, bin ich dann doch zum Arzt: Sportverbot, Antibiotika und Spasmo Mucosolvan. Sportverboten gegenüber bin ich immer etwas kritisch eingestellt (zumal im Muco Clenbuterol ist, hätte bestimmt gute Zeiten gegeben), aber ich bin im Geschäft nicht mal die Treppe hochgekommen, sondern mußte sogar den Lift nehmen, weil ich kaum Luft bekommen habe. Nachdem mein Morgenpuls nach zwei Wochen mit 51 Schlägen wieder fast normal war, konnte ich endlich wieder mit gemütlichen, kurzen Läufchen starten. Am Samstag kam dann ein Lauf mit über einer Stunde und Bergbelastung dran. Am Berg kurzer Kontrollblick auf die Uhr – man will ja nicht gleich überziehen: 70%. Nanu? Tempo anziehen – Kontrollblick: 70%. Nochmal nanu? Nochmal Tempo anziehen – Kontrollblick: 70%. Spitze, bin ich gut drauf. Am Berg oben angekommen geht mein Puls runter auf 26%, auf 23% … auf 0%. Wahnsinn, kein Puls mehr aber ich fühle mich eigentlich recht frisch. Dafür bin ich im weiteren Verlauf sogar noch auf Maximalpulswerte von 103% gekommen… Naja, lange Rede, kurzer Sinn: irgendwie scheint mein Pulsi noch etwas im Winterschlaf zu sein und etwas wirre Werte zu bevorzugen. Der Lauf am Sonntag mit dem alten Pulsband paßt dann gefühlt auch wieder zu den gemessenen Werten. Was lernt man daraus? Manchmal muß man auf die innere Stimme hören – und Batterien wechseln!

Leider bin ich durch die Auszeit in meinem Trainingsplan ordentlich zurückgeworfen worden. Statt im 12-Stunden-Plan für Biel zu sein, befinde ich mich aktuell auf einem Niveau, mit dem ich vorletztes Jahr nur eine Teilstreckenurkunde einfangen konnte. Gut, die hängt natürlich trotzdem im Arbeitszimmer an der Wand, aber ich war damals doch ordentlich frustriert. Vor zwei Jahren hatte ich übrigens auch eine Erkältung, bin zu früh wieder auf die Piste und lag danach zur gleichen Zeit wie heuer mit Antibiotika und Fieber zwei Wochen flach. Dbd-dhkP! Dieses Wochenende findet mein Halbmarathontest in Schwäbisch Gmünd statt. Der geplante Lauf in Kandel (14.03.) hätte wirklich noch keinen Sinn gemacht. Statt Vollgas gibt es auch nur angezogene Handbremse. Das Ziel ist aber auch keine 1:35 auf 21, sondern 100 km – am besten unter 12.

Ottenbach und Rosenkohl

25. Februar 2010

Es hilft ja nichts, ich muß es zugeben: Es fällt mir so unendlich schwer, mich durch diesen Winter zu motivieren. Schnee, Kälte, Dunkelheit und am besten alles noch auf einmal. Ja, es gibt auch wunderschöne Läufe im Winter; der Schnee ist griffig, es ist kalt aber klar, der Himmel blau, man macht sich so seine Gedanken, warum der Bauer hier oben seinen Rosenkohl noch nicht abgeerntet hat und wie lecker dazu ein Schweinefilet schmecken würde und nach 2 1/2 Stunden kommt man wieder zuhause an und stellt fest: Hei, du bist gerade 25 km gelaufen und könntest einfach mal so einen Baum ausreißen.

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Aber dann kommen die Läufe, die ich echt nur in der Gruppe überlebe: Neuschnee ohne Ende, wo gestern noch eine freie Straße war, ist jetzt nur noch eine kleine Spur, der Wind peitscht den Schnee waagrecht übers Feld und mir ganz genau in mein linkes Ohr. Immer nur in das Linke. Wieder und wieder. Ich hab die dickste Mütze an, aber trotzdem. Hoffentlich taut das wieder auf… Seit einer halben Stunde redet keiner mehr in der Laufgruppe ein Wort, wie auch, wenn jeder nur hinter dem anderen laufen kann. In der Ortschaft geht es dann etwas besser und man fängt an, die vereisten Kiefer wieder in Schwung zu bringen und redet sich so aus Tief. Ich erzähl so von Biel und frag dann: “Und, was hast du dieses Jahr vor?” Er: “Könnte mir nicht vorstellen, 100km oder so zu Laufen. Ich mach Ottenbach. Mit ‘m Rad. Die lange Stecke, die Kurzen hab ich schon.”… Hallo??? Wie geht das denn??? Ich dachte, die Ultraläufer haben was an der Klatsche aber nee, das sind die Ultraradfahrer! Und wer’s nicht kennt oder mir nicht glaubt, bitteschön: http://www.albextrem.de/. Ich zieh da wirklich meinen Hut davor, tiefen Respekt!!

Seit Anfang des Jahres habe ich hier nichts mehr geschrieben. Ich hatte, wie Anfangs geschrieben, massive Motivationsprobleme. Ich habe zur Zeit im Geschäft brutal zu tun (macht trotzdem Spaß). Mein Söhnchen bringt gerade aus Kindergarten die dollsten Sachen mit und teilt sie auch noch mit Mami und Papi (er hätte das Fieber gern behalten dürfen, aber er ist halt so selbstlos, der kleine Schatz). Aber ich hatte in den letzten Tagen auch so viel postive Eindrücke, ich will das jetzt wieder machen. Und ich glaube, das ist auch der Schlüssel. Klar, ohne Kilometer schrubben geht nix, aber ohne eine positive Einstellung und einen positiven Willen geht gleich mal gar nix. Irgendein Kicker hat mal gesagt, daß er so sehr vom Sieg seiner Mannschaft überzeugt ist, sogar seine Blutgruppe sei positiv. Und genau das ist es! Man muß sich drauf freuen, mit andern seine Freude teilen und sich täglich positiv aufstellen. Der Kopf ist ein zu wichtiger Muskel in Biel, als ihn nicht zu trainieren. Am Wochenende ist die die Grippe hoffentlich wieder weg, dann geht’s weiter, juchhei.

Ich freu mich übrigens über jeden Kommentar. Danke und Grüßle,
Andreas

Happy New Year, Miss Sophie

31. Dezember 2009

Die letzten Stunden des Jahres 2009. Noch ein Gläschen Sekt mit den Kollegen, Feierabend. Ich freu mich schon auf den letzten Lauf des Jahres und morgen auf den ersten Lauf in 2010.

Die Weihnachtspfunde halten sich in Grenzen, wobei ich kurz vor Weihnachten wirklich den Eindruck hatte, gut das Gefühlsleben einer Mastgans nachempfinden zu können. A propos: Jedes Jahr das Gleiche. An meiner Laufstrecke gibt es einen kleinen Hof, der sich immer ab September, Oktober Gänse anschafft. An Sankt Martin fehlte die erste Hälfte, kurz vor Weihnachten war dann wie üblich die zweite Hälfte weg. Die Armen sind aber auch selber schuld – wenn man sooo lecker schmeckt… Die eine oder andere Trainingseinheit habe ich heuer auf dem Weihnachtsmarkt absolviert; scheue mich trotzdem, den Weg hin und zurück ins Trainingstagebuch einzutragen :-) Ist glaub ich aber auch besser so.

Jetzt geht es in den Januar, ein neues Jahr, in gute Vorsätze (ähm), in ein etwas anziehendes (Lauf-)Trainigsprogramm unter dem hoffentlich nichts anderes (Familie, Freunde, Arbeit) leidet. Die letzten Jahre waren alles andere als schlecht zu mir, von daher hätte ich nichts dagegen, wenn es auch ab morgen heißt: same procedure as every year, James.

Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare. Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte. Für die Mutigen ist sie die Chance. (Victor Hugo)