Goethes letzte Worte.
Wobei es mir in meinem Lauf letzten Freitag Abend nicht hauptsächlich um eine Mehrausbeute an Lux und Lumen ging – aber alles schön der Reihe nach:
Pünktlich drei Wochen vor Biel – also am Freitag, 21. Mai – schlüpfte ich um 22:00 Uhr in meine Laufschuhe. In Biel wird Neumond sein, also kommt der Termin zum einstündigen Lampentest mit drei Wochen vorher ganz passend. Alle drei zur Verfügung stehenden Stirnlampen eingesteckt und los ging’s. Jetzt wohne ich ja am Rande eines 6300-Seelen Ortes und habe es nicht weit bis in meinen Sauhag. Aber das war ja klar, daß man um die Uhrzeit auf den paar Metern bis zum Wald mehr Leute auf der Straße trifft, als nachmittags um sechs. Alles Kopfschütteln der Dorfjugend ignorierend setzte ich meinen Weg fort. Endlich im Wald! Der plötzliche Wechsel von einem normalen “Helligkeitslauf” während des gesamten Frühjahrs zu einem “Dunkellauf” ist unglaublich, ganz anders, als das allmähliche Gewöhnen im Herbst.
Zuerst kam der Test der Minilampe dran: eine kleine, handliche Stirnlampe von Adidas, mit Batterie gerade mal 30 Gramm leicht und alles in einer kleinen Tasche, die man am Trinkgürtel festmachen kann. Allerdings war die Lichtausbeute trotz neuer Batterien eher gering, vor allem im Wald aber auch nachher auf den Feldwegen. Wie bereits schon vor dem Lauf vermutet: Platz Drei.
Dann mein alter Kamerad, eine Lucido-Stirnlampe. Mit ihr bin ich bereits vor sechs Jahren erfolgreich durch die Bieler Nacht. Mit Batterien auch nur knapp 75 Gramm schwer. Die Helligkeit kann man zwischen drei Stufen wählen, ausserdem gibt es noch eine Blinklichtoption. Natürlich laufe ich immer auf der hellsten Stufe, die zwar am meisten Strom kostet, was aber in der einen Nacht vollkommen Wurscht ist. Die Lichtausbeute ist in Ordnung, vor allem kann man auf den Feldwegen gut sehen. Bei Neumond im Wald ist es zwar schon etwas duster, allerdings erinnere ich mich vage daran, daß es auf der Strecke nicht so viele Waldabschnitte gibt. Hoffentlich irre ich mich nicht sehr. Macht die Lucido Platz Eins oder Zwei? Der Test mit der letzten Lampe mußte es zeigen.
Petzl!!! Myo!!! XP!!! 5 Watt!!! Drei Leuchtmodi mit Boost. Streulinse für Umgebungslicht oder Spot. Extra Batteriefach am Hinterkopf für optimale Gewichtsverteilung. Selbst bei MAXIMUM-Modus noch 80 Stunden Leuchtdauer. Das Ding macht richtig hell: was habe ich im Winter von entgegenkommenden Läufern, Radfahren oder Gassigehern einen Kommentar wegen dem blendenden Licht gehört. Aber das Ding wiegt auch 176 (in Worten: einhundertsechsundsiebzig) Gramm!!! Will ich das wirklich 12, 13 Stunden mit mir rumschleppen? Und wohin mit dem Drum wenn die Sonne aufgegangen ist? Weil: Handliches Packmaß sieht anders aus.
Die Entscheidung ist schwer. Die Lichtausbeute spricht eindeutig für die Petzl, das um 100 Gramm geringere Gewicht und kleinere Packmaß bei akzeptabler Beleuchtung spricht für die Lucido, für die ich auch aktuell eher tendiere. In der Biel-Woche werde ich zwei lockere Läufchen mit je acht km machen; ganz ohne Pulsmesser aber mit dem ganzen Gerödel. Wenn ich nicht bereits da eine endgültige Entscheidung fällen sollte, werde ich mich in Biel spontan entscheiden (müssen).
Jetzt bin ich nur noch gespannt. Stand heute noch neun Tage, dann ist die Messe gelesen. Wahrscheinlich regnet es. Soll ich eine Weste anziehen? Ich weiß es noch nicht, wahrscheinlich wird auch das spontan entschieden. Das Fieber steigt…